ARK NETWORK reference.ch · populus.ch    
 
  
Krummenacher Schweiz 
 
 
Rubriken

Links

 Home  | Gästebuch  | Kontakt

Geschichte der Krummenacher

Vor tausend und mehr Jahren hatten die meisten Leute noch keine Familiennamen, so wie wir sie heute kennen. Die Namen wurden dann einfach vom Beruf des Vaters oder vom Hofnamen abgeleitet, zum Beispiel des Schumachers Hans und des Müllers Anna. Nach einer Ueberlieferung ist der Name Krummenacher auf dem Hof Chrummenacher bei Stans entstanden. Der Hofname kommt daher, weil es dort auf dem grossen Stanserboden gute, krumelige Ackererde hat. Der Hof Chrummenacher existiert heute noch und ist auf der Landkarte Blatt 1170 Alpnach unter der Koordinate 671,9 / 201,2 zu finden. Vom Hof Chrummenacher verbreiteten sich die Krummenacher teils in Richtung Stadt Luzern und teils gegen Obwalden hin. Um 1450 waren die ersten Krummenacher im Entlebuch ansässig. Schon lange vor dem Bauernkrieg sind einige Krummenacher aufgefallen, weil sie sich gegen die Regierung von Luzern stellten. Der Geschichtschreiber Theodor Liebenau hält fest: "Das ganze Geschlecht Krummenacher verlangte Satisfaktion für die von Landvogt Hartmann sel. verübte Gewalt - Peter Krummenacher wurde 1635 als Revolutionär bestraft - 1644 und 1645 wurde Ulrich Krummenacher um 100 resp. 200 Gulden bestraft, weil er das ganze Gericht Schüpfheim, namentlich den Landeshauptmann und den Pannermeister, übel gescholten hatte." Im Bauernkrieg von 1653 gingen zwei Krummenacher in die Geschichte ein. ( zu lesen in den Rubriken Bauernkrieg und 2 Krummenacher) Nach dem Bauernkrieg flohen viele Entlebucher, darunter auch Krummenacher ins Elsass. Wir verfolgen aber jetzt die Spur von Peter Krummenacher-Kleeb, dem Urvater fast aller Krummenacher von Escholzmatt.  
 
 
 
Links: Hof Chrummenacher bei Stans NW 
Rechts: Alp Witmoos bei Sörenberg LU 
Fotos HK 1988 
 
Peter Krummenacher, verheiratet mit Margreth Kleeb bewirtschaftete zuerst die Alp Witmoss in Sörenberg. Im Jahr 1678 kaufte er den Hof Tellenmoos in Escholzmatt. In der Gültverschreibung von 1683 ist im Zusammenhang von Witmoos folgende Zeile zu lesen: "...dann obwol diser mein Kouf umb nachfolgende Gülten hat und verschriben, die sindt aber auf der Allp Weitenmooss welche Weibel Lux Portmann ietzemalen besitzt, geschlagen worden..." 
 
"1675: Dem Peter Krummenacher und seiner frauwen ist zugeteilt worden das gout im witmoos und die schwendi" Quelle: Die Entlebucher Namenlandschaft von Erika Waser. 
 
 
Verschreibung Tellenmoos, 700 Gulden, Martini 1683 
 
Text 
 
 
Under Thällenmoss ist im Mertz des 1678 Jars von Ullerich Rölli verkauft und geben worden dem Peter Krummenacher umb 4400 gl. und ein Thaller zu Thrinkgelt....(Quelle: Landschreiberprotokoll Band 1, 1676 bis 1685, Amtgerichtsarchiv des Amtes Eintlebuch in 6162 Entlebuch) 
 
 
 
Verschreibung Tellenmoos, 800 Gulden, Martini 1692 
 
Wir Nachbenante Peter Krummenacher und Margret Kleebin sein eheliche haussfrauw mit Hilff und Beistandt mines eheligen Sohns Joseph Krummenachers, auch mit gutheissen undt bewilligung des zu endtbenanten Junkhern Landtvogts. Von Unseren Gnedigen Herren und Oberen Unsers verordneten Vogts jm Kilchgang Escholtzmatt und Landt Entlibuch wonhafte. Bekhennet hiemit für uns und unsere Erben, die sambt uns vestenklich harzuo verbunden sein sollent, dass wir umb befürderung willen, Unseres besseren Nutzens und den schaden ze wenden, eines ufrechten redlichen und wüssenhafften kauffs verkaufft und zu kaufen geben habent. den Hochgeachten wohledell Gestrengen eeren notvesten fürsichtigen frommen fürnemen und wohlwysen Herren Aurelian Zur Gillgen, Schultheissen Venner der statt Lucerne zu sein seiner erben undt aller anderen mit Recht inhabern dis briefs handen. Namblichen vierzig Guldin Lucerner wärung, jerliches undt ablosiges zinses fürohin sechs Jar lang oder so lang diser brief wären würrt, jerlichen undt eines jeden jahrs, sonderlich allwegen uff St. Martini des heiligen Bischoffen tag, acht tag vor oder nach ungefahrlich zewären, zerichten undt zu bezahlen 
 
Von acht Hundert Guldinen gedachter wärung haubt guts, deren wir mit gutem barem gelt wohlvernüegt , deswegen die inhabere dies briefs hiemit für uns und unsere erben fry quit ledig undt loos sagend. Gelobende zu endtgemelter sechs jaren das benante Hauptguoth jn vier gleichen ablosungen, als zu jeder besonder jehrlichen zwei hundert Guldin, aber jede loosung mit gebührendem tragenden Zins auch zu erleggen undt zu erstatten. undt allso diser zins kauf widerumb abzulösen und zu endtkrefftigen, Es wäre dann Sach, dass nach verflossene ersten sechs jaren nüwe anstellung uff sechs andere jare lang, undt also fortan weiter pitlich erlangt werden, möchte so oft das beschehe, sol allwegen diser brief von sechsen bis widerumb zu sechs jahren Crafft haben und allen hienach ufgerichten gülten vorgehe. vermög Unserer Gnedigen Herren und Oberen Satz und Ordnungen Aber alles es sye zins und hauptgut, entweder zu Jnhaberen dis brieffs sichern handen undt gwalt undt ohne einichen jhren Costen schaden und Entgeltnus. 
 
Von uff ab Unseren Hooff undt Guoth Underthällenmoos genannt. mit hauss schür spicher acher Matten dryen Heyweiden, einer Riedmatten und zustendiger Hauw, auch aller anderen zugehördt und Rechtsame, jm kilchgang Escholtzmatt gelegen. Die Matten, zwe Heyweiden und Riedmatten anneinander stossent an das Hinder Thällen Moos, an die Bockhen, an Rottbach, an Thallenbachweid, an Jacob Mutters weid, an Haasenbachweid undt an Ober ThällenMossguoth, die ander weid stosst an Hasenstalden undt an Ober Thällenmoos, daruf stadt zuvor jerlichen ein Määss käss, fünf undt sibenzig Guldin haubtguts der kilchen z Escholtzmatt, item ein Mäss käss der Capplany daselbsten, item ein tusent und drey hundert guldin an zweyen briefen vorwohlernanten Herren Zinskeuffers. Demnach angemeine Stür, brüch, gewohnliche Recht und zechenten ledig eigen. Vermag näbent einem schönen Kornbauw achtzehen küö, zwey Rinder, zwey Ross winterung, acht küö und zwey Rinder gute Sömmerung, ist durch die eersame undt bescheiden Hans Buocher, undt Weibell Jacob Stadellmann, beid des Grichts zu Escholtzmatt, jetztiger Zeit fünfftausend und fünff hundert Gulden wohl wärt zu sein gewürtigt worden. Lut besigleten Scheins, allso mit denen rechten undt gedingen wan den Jnhalt des brieffs nit gnug beschehe, sollent dessen Jnhabere jhren Underpfandt mit oder ohne Gricht und Recht angreifen dertiges undt das jhren sambt erlitenen Costen und schaden darab bezüchen, Es solle aber diesere Zinsverschreibung wann sye ussert Unserer Gnedigen Herren undt Oberen Statt undt Landschaft übergeben wurde wie ein handtschrift gehalten werden.. Kund dessen zu wahren Urkundt haben wir erbeten den wohledlen eerennotvesten fürsichtigen frommen fürnemen und wysen Junkherren Jost Leonti Pfyffer Vom Wyer des inneren Rhats der stadtt Lucern derzeit Landtvogt des Landts Entlibuch, dass er sin eigen jnsigel ( doch jmme undt seinen erben one Schaden) gedruckt hat uff disen brieff der angangen ist uff St. Martini abent, des sechzehenhundert zwey undt neunzigsten Jarrs. 
 
....Batlhasar Statschryber  
 
 
 
Wohnhaus Tellenmoos 1928 
 
 
Wohnhaus Tellenmoos 2007, Bild HK 
 
Das Baujahr vom Wohnhaus Tellenmoos ist nicht bekannt, muss aber laut dem Historiker Heinz Horat zwischen 1690 bis 1710 erbaut worden sein. Peter Krummenacher-Kleeb hat in den Jahren 1691 bis 1702 mehrere Verschreibungen machen lassen, was bedeutet dass er für etwas viel Geld gebraucht haben muss. Es ist ein Junkerhaus und ist im Verlaufe der Jahrhunderte mehrmals angebaut und umgebaut worden. Der Estrichteil mit der Junkerstube sind noch original erhalten. Im Jahre 1801 und 1802 wurde in diesem Haus Schule gehalten und das für die Kinder vom Gebiet Lehn und Vordergraben. 
 
Peter Krummenacher-Kleeb hat in den Jahren 1683, 1691 und 1692 Verschreibungen, auch Gülten genannt auf seinen Hof machen lassen. Damals gab es keine Banken. Wenn ein Bauer Geld brauchte, dann gelangte er an den Landvogt und dieser besorgte dann von den Statdherren Geld. Die Verschreibung musste zu 5 Prozent verzinst werden. In der Verschreibung von 1692 ist folgende Bemerkung angefügt: "Zue wüssen seye hiemitt: nachdemme heüt dato ettwas bedenkens wegen diser 800 gl haltender güllt uf Peter Krummenacher undt Margreth Kleebin für MGH gelanget, haben diesselbe hierauf erkennt, dass diser Gültschein besiglet werde, jn dass künfftig aber soll Krummenacher keine Gülte mehr darauff z machen befuegt sein, actum von hatt den 22. Decembi 1692. Underschr. Meyer" Im Jahre 1702 wurde aber trotzdem eine weitere Verschreibung auf den Hof Tellenmoos gemacht, aber nicht mehr auf Peter Krummenacher, sondern auf seine Frau Margreth Kleebin. Die Frauen haben damals ihren ledigen Namen behalten.  
 
 
 
 
 
Verschreibung Tellenmoos, 500 Gulden, Lichtmess 1741 
 
Der Hof Tellenmoos wurde im Jahre 1741 an einen Joseph Buocher verkauft. Die Krummenacher lebten darauf im Michlischwand, Escholzmatt. In der Verschreibung von 1741 steht, dass Joseph Buocher an die Krummenacher (Erben von Margreth Kleebin)noch Kapital abzahlen muss. Wörtlich: "Der Margreth Kleebins Erben an Zallungen Ein tausent fünfhundert und fünfzig gl. 38 Schl. zallung sich zu Ein hundert gl.und verfallt die erste 1741 Mitte Mertzen und so fort bis sie zalt sindt." 
 
Laut den alten Verschreibungen waren nach Josef Bucher folgende Familien Besitzer des Tellenmoos: 
Stadelmann, Glanzmann und Jenni. Anton Jenni hatte 2 Töchter. Josef Krummenacher vom Michlischwand heiratete eine der Töchter. Somit wurde das Tellenmoos nach 161 Jahren wieder Besitz der Krummenacher.  
 
 
Links: Michlischwand-Chräbili Rechts: Mittler-Michlischwand. 
Fotos HK 1989 
 
 
Kapelle Michlischwand. 
Foto HK 1989  
 
Das Gebiet Michlischwand war von 1741 bis ca. 1920 eine Hochburg der Krummenacher. Auf den Bauernhöfen Michlischwand-Chräbili, Michlischwand-Chnübili und Mittler-Michlischwand arbeiteten und beteten die Familien Krummenacher. Sie hatten sogar eine eigene Kapelle. Der Weg ins Dorf war ein Karrweg gegen den Schwändigraben, Bodenmatte, auf den Hügelzug Grossbühl, Wannenbühl, Wanne, Dreikreuzern, Dorf. 
 
Stammväter der Krummenacher 
 
Peter Krummenacher- Kleeb, Witmoos Sörenberg und Tellenmoos Escholzmatt. 
 
- dessen Sohn Johann Wilhelm, geboren am 26. 8. 1688, Tellenmoos und Michlischwand. 
 
- dessen Söhne: 
 
Josef, geboren am 10.10. 1728. Stammvater der Horn- und der Tellenmoos-Krummenacher.  
 
Heinrich, geboren am 1. 7. 1736. Stammvater der Bahus- Krummeneggli- Hünigerhof- Gigen- Oberknubel- Unterknubel- Schwändlen- und Schürli-Krummenacher.(Quelle: Ahnenbüchlein 1968, von Pfr. Joh. Krummenacher) 
 
 
 
Aus dem Entlebucher Anzeiger vom 25. Mai 1973 
 
 
 
 
Escholzmatt um 1820 
 
 

(c) Krummenacher - Diese Website wurde mit Hilfe von Populus generiert.
Letzte Änderung am 24.08.2010
- Schon 2784 Besichtigungen auf diese Website!